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Bundesland · Saarland

Pflanzenschutz-Dokumentation im Saarland: Zuständigkeit, Werkzeuge, Sachkunde

Im Saarland teilen sich die Landwirtschaftskammer in Bexbach und das Umweltministerium die Aufgaben im Pflanzenschutz. Was das für deine Aufzeichnungen, dein Lager und deine Fortbildung heißt.

Von Jonas Rost, Spritztagebuch.de Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Pflanzenschutzdienst Saarland

Landwirtschaftskammer für das Saarland (beauftragte Stelle)

Bexbach

Das gilt überall in Deutschland

  • Seit 1.1.2026 erweiterte Pflichtangaben
  • Ab 1.1.2027 elektronisch & maschinenlesbar
  • Aufbewahrung 3 Jahre nach Ablauf des Anwendungsjahres

Kurz gesagt: Im Saarland ist die Landwirtschaftskammer in Bexbach als beauftragte Stelle deine Anlaufstelle für Sachkunde, Genehmigungen und Beratung. Die Anwendungskontrollen bei den Betrieben führt dagegen das Umweltministerium durch. Für die Aufzeichnung gelten die bundesweiten Regeln. Praktisch wichtig: Saarländische Betriebe dürfen das kostenlose PSM-DOK nutzen, und ältere Excel-Vorlagen müssen um die neuen Pflichtfelder ergänzt werden.

Die Regeln, die überall gelten

Seit 1. Januar 2026 musst du zusätzlich EPPO-Code, Zulassungsnummer, Lage der Fläche und Art der Verwendung aufzeichnen, und zwar unverzüglich. Ab 1. Januar 2027 ist die elektronische, maschinenlesbare Form Pflicht; aufbewahrt wird mindestens drei Jahre. Was genau dazugehört, steht in Spritztagebuch 2027.

Wer im Saarland zuständig ist

Im Saarland sind die Aufgaben auf zwei Stellen verteilt:

Aufgabe Zuständig
Anwendungskontrolle in Betrieben (inkl. Aufzeichnungen) Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz (MUKMAV), Referat Zahlstelle und Prüfdienst ELER/EGFL
Verkehrskontrolle (Handel), Sachkunde, Genehmigungen, Beratung Landwirtschaftskammer für das Saarland, Abteilung Pflanzliche Erzeugung

So weist es der Jahresbericht 2025 des bundesweiten Pflanzenschutz-Kontrollprogramms aus. Die Landwirtschaftskammer ist die vom Saarland beauftragte Stelle; laut Kammer gehören zu ihren Aufgaben:

  • die Pflanzenschutzmittel-Verkehrskontrolle,
  • die Sachkunde im Pflanzenschutz,
  • einzelbetriebliche Genehmigungen, etwa nach § 22 Abs. 2 PflSchG (Anwendung außerhalb der Zulassung) und Ausnahmen nach § 12 Abs. 2 PflSchG für Wege und Plätze,
  • außerdem Pflanzengesundheit, Wein- und Ökokontrolle.

Die Antragsformulare für § 12, § 22 und die Anzeige nach § 10 PflSchG (wer für andere spritzt oder berät) findest du im Download-Bereich der Kammer. Hintergrund zu Genehmigungen: Wege und Plätze.

Werkzeuge: PSM-DOK und die Kammer-Vorlage

PSM-DOK, das kostenlose Portal der DLR Rheinland-Pfalz, steht ausdrücklich auch Betrieben mit Sitz im Saarland offen. Du legst einmal eine Zertifikatsdatei mit deinen Betriebsdaten an, füllst je Anwendung ein Formular aus und speicherst das Ergebnis als ZIP mit PDF und JSON auf deinem Rechner.

Die Kammer bietet außerdem eine Excel-Tabelle für Dünger- und Pflanzenschutz-Aufzeichnungen an. Sie ist älteren Datums: In der Fassung, die wir im Oktober 2026 angesehen haben, gibt es keine eigenen Spalten für EPPO-Code, Zulassungsnummer und Art der Verwendung. Wenn du damit weiterarbeitest, ergänze diese Spalten. Für 2027 gilt: PDF reicht nicht, maschinenlesbare Formate wie CSV sind auf der sicheren Seite.

So sieht ein vollständiger Eintrag aus

Ein Beispiel aus dem Ackerbau, wie es seit 2026 aussehen sollte:

Angabe Beispiel
Anwender Max Muster
Datum (Uhrzeit nur bei zeitlicher Auflage) 14.04.2026
Art der Verwendung Oberfläche (Freiland)
Fläche und Lage „Am Hang“, 4,2 ha, Feldblock-ID aus dem Agrarantrag oder GPS-Punkt
Kultur mit EPPO-Code, ggf. BBCH Winterweizen, TRZAW, BBCH 32
Mittel und Zulassungsnummer Beispiel-Fungizid, 001234-00
Aufwandmenge 1,0 l/ha

Die Zulassungsnummer hat immer sechs Stellen, einen Bindestrich und zwei Stellen. Mehr zu den Codes: EPPO-Code.

Konditionalität: wenn du Agrarförderung beziehst

Für Betriebe mit Direktzahlungen sind die Pflanzenschutz-Aufzeichnungen zusätzlich Teil der Konditionalität. Mängel können dann neben einem Bußgeld auch zu Kürzungen führen, in der Regel 3 % bei Fahrlässigkeit. Kleine Betriebe bis 10 ha sind von Kontrollen und Sanktionen der Konditionalität weitgehend ausgenommen – die fachrechtliche Aufzeichnungspflicht gilt für sie trotzdem. Im Saarland liegt die Anwendungskontrolle übrigens beim Ministeriumsreferat, das zugleich Zahlstelle und Prüfdienst für die EU-Agrarförderung ist. Details: Konditionalität im Pflanzenschutz.

Lager: was die Kammer empfiehlt

Das Lager-Merkblatt der Kammer fasst die Grundregeln zusammen:

  • so wenig wie möglich auf Vorrat, nur in Originalverpackung, angebrochene Gebinde dicht verschlossen
  • unter Verschluss, getrennt von Nahrungs- und Futtermitteln, nie in Wohn- oder Arbeitsräumen
  • kühl, trocken, frostsicher, gut belüftet, mit fester abschließbarer Tür
  • Tür beschriftet mit „Pflanzenschutzmittel – Unbefugten ist der Zutritt verboten!“
  • Gefahrstoffverzeichnis führen und Sicherheitsdatenblätter aufbewahren, Notfallplan und Notrufnummern bereithalten
  • Schutzausrüstung in der Nähe, aber getrennt von den Mitteln

Mehr dazu in Pflanzenschutzmittel richtig lagern. Ein aktueller Bestand pro Mittel hilft dir, das Gefahrstoffverzeichnis aktuell zu halten und abgelaufene Mittel rechtzeitig auszusortieren.

Sachkunde im Saarland

Den Sachkundenachweis beantragst du online über das bundesweite Portal; die Karte kostet laut Kammer 30 €. Danach ist in jedem Dreijahreszeitraum eine anerkannte Fortbildung Pflicht:

  • Wer am 14.02.2012 schon sachkundig war, hat feste Zeiträume (2013–2015, 2016–2018, 2019–2021 und so weiter).
  • Für alle anderen beginnt der erste Zeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Nachweises.
  • Die Bescheinigung für eine anerkannte Fortbildung stellt der Pflanzenschutzdienst Saarland aus (20 €). Die Kammer verweist zusätzlich auf Online-Fortbildungen der Landakademie.

Bei einer Kontrolle musst du Karte und Fortbildungsbescheinigung vorlegen. Wer nicht mehr spritzt, kann die Sachkunde ruhen lassen und holt bei Wiederaufnahme zeitnah eine Fortbildung nach.

Einfach anfangen: Spritztagebuch.de fragt alle Pflichtangaben ab und erinnert an Fortbildung und Prüfplakette. Zur Demo – oder vergleiche mit den Nachbarländern unter Pflanzenschutz-Dokumentation nach Bundesland.

Prüft mit. Denkt voraus.

Jede Spritzung wird mitgeprüft – soweit BVL-Daten vorliegen.

Spritztagebuch.de gleicht jede Spritzung sofort mit den amtlichen Zulassungsdaten ab – und sagt dir mit Beleg, wenn etwas nicht passt.

  • PlausibilitätsprüfungIndikation, Höchstmenge, Anzahl Anwendungen, Abstand, Bienenschutz, Wetter, Gerät – geprüft auf BVL- und DWD-Daten.
  • Prüfmodus „Kontrolle vorbereiten“Ganzes Tagebuch durchprüfen, Befunde nach Wichtigkeit, optional mit intelligenter Einordnung und „Was tun“.
  • Bestellliste & VorausschauEinkaufsliste aus dem Verbrauch, Reichweite, geplante Folgebehandlung, Fristen für Gerät, Fortbildung und Inventur.
  • Assistent (optional)Lieferschein fotografieren, Spritzung ansagen, Auflagen in Klartext – gespeichert wird nur, was du bestätigst.

Jeder Hinweis zeigt mit „Woher?“ seine Grundlage. Die App ändert nie etwas von selbst.

Echte App-Ansicht: Prüfung einer Spritzung nach Zulassung und Auflagen – Hinweise mit „Woher?“-Belegen und Wetterdaten vom DWD

So hilft dir Spritztagebuch.de dabei

Was gefordert ist – und welche Funktion der App das erledigt.

  • Pflichtangaben seit 2026, die in älteren Vorlagen fehlen (EPPO-Code, Zulassungsnummer, Art der Verwendung)

    Assistent mit Pflichtangaben-Checkliste; Zulassungsnummer und EPPO-Code werden aus den BVL-Daten übernommen bzw. geprüft

  • Lager: nur zulässige Mittel, Ordnung, Überblick über Bestände

    Digitaler Spritzschrank mit Bestand aus Lieferung minus Verbrauch, Inventur und Meldungen bei Zulassungsende

  • Sachkundenachweis und Fortbildungsbescheinigung bei Kontrollen vorlegen

    Anwender mit Sachkundenachweis-Nummer und Erinnerung an die Fortbildung

  • Ab 2027 elektronisch und maschinenlesbar

    CSV- und Excel-Export, PDF-Bericht zum Vorlegen

Spritztagebuch.de ist kein Zertifizierer und keine Behörde – die App hilft dir, die Dokumentation vollständig und prüfbereit zu führen.

Demo anfragen

Checkliste

Pflanzenschutz im Saarland: kurzer Betriebs-Check

  • Aufzeichnungen 2026 mit EPPO-Code, Zulassungsnummer, Lage der Fläche und Art der Verwendung
  • Eigene oder Kammer-Excel-Tabelle um fehlende Pflichtspalten ergänzt
  • Werkzeug für 2027 festgelegt (z. B. PSM-DOK, Schlagkartei, App) und Export getestet
  • Lager verschlossen und gekennzeichnet, Originalgebinde, getrennt von Lebens- und Futtermitteln
  • Gefahrstoffverzeichnis und Sicherheitsdatenblätter vorhanden, Notfallnummern ausgehängt
  • Sachkundenachweis-Karte und aktuelle Fortbildungsbescheinigung für jeden Anwender
  • Wer für Dritte spritzt: Anzeige nach § 10 PflSchG bei der Landwirtschaftskammer

Checkliste von spritztagebuch.de · ohne Gewähr, verbindlich sind Rechtstexte, Standards und die zuständige Stelle.

Häufige Fragen

Wer ist im Saarland für den Pflanzenschutz zuständig?

Die Landwirtschaftskammer für das Saarland in Bexbach ist als beauftragte Stelle Ansprechpartner für Sachkunde, Genehmigungen und die Kontrolle des Pflanzenschutzmittel-Handels. Die Anwendungskontrollen bei Betrieben führt laut BVL-Jahresbericht 2025 das Umweltministerium (MUKMAV, Referat Zahlstelle und Prüfdienst) durch.

Darf ich PSM-DOK im Saarland nutzen?

Ja. Das Saarland gehört zu den zehn Ländern, deren Betriebe das kostenlose Portal PSM-DOK der DLR Rheinland-Pfalz nutzen dürfen. Die Aufzeichnung wird dort als Datei mit PDF und JSON heruntergeladen und lokal gespeichert.

Reicht die Excel-Tabelle der Landwirtschaftskammer Saarland für die Pflanzenschutz-Dokumentation 2026?

Nur mit Ergänzungen. In der Fassung, die wir im Oktober 2026 angesehen haben, fehlen eigene Spalten für EPPO-Code, Zulassungsnummer und Art der Verwendung, die seit 2026 Pflicht sind. Füge sie hinzu oder nutze ein Werkzeug, das die neuen Angaben abfragt.

Was kostet die Sachkunde-Fortbildung im Saarland?

Für die Teilnahme an einer anerkannten Fortbildung stellt der Pflanzenschutzdienst Saarland eine Bescheinigung für 20 Euro aus. Die Sachkundenachweis-Karte selbst kostet einmalig 30 Euro und wird online beantragt.

Quellen & weiterführende Links

Stand: 19. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die genannten Rechtstexte, Standards und die Auskünfte der zuständigen Stellen.

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