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Zertifizierung · MPS

MPS-Zertifizierung im Gartenbau: MPS-ABC, MPS-GAP und was du zum Pflanzenschutz registrierst

Wie die MPS-Umweltregistrierung funktioniert, welche Pflanzenschutz-Angaben MPS-ABC verlangt und wie du die Daten aus deinem Spritztagebuch für die Periodenmeldung nutzt.

Von Jonas Rost, Spritztagebuch.de Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: MPS ist ein Zertifizierungssystem aus den Niederlanden, das im Zierpflanzenbau weit verbreitet ist. Basis ist MPS-ABC: Du registrierst Pflanzenschutzmittel, Dünger, Energie, Wasser und Abfall in Perioden von vier Wochen. Nach 13 Perioden folgt das Audit, danach gibt es eine Qualifikation von A+ bis C. MPS-GAP, MPS-SQ und MPS-ProductProof bauen darauf auf.

Was ist MPS?

MPS wird von der Stiftung MPS mit Sitz in Honselersdijk (Niederlande) getragen. Die Zertifikate prüft eine unabhängige Zertifizierungsstelle, etwa MPS-ECAS. Für deutsche Gärtnereien ist MPS vor allem dann Thema, wenn sie über Royal FloraHolland oder die Veiling Rhein-Maas vermarkten oder wenn Abnehmer ein Umweltzertifikat verlangen. Ein Benutzerhandbuch zur Registrierung gibt es auf Deutsch; Ansprechpartner ist das Serviceteam in Honselersdijk (serviceteam@my-mps.com).

Die wichtigsten Bausteine:

Zertifikat Worum es geht Voraussetzung
MPS-ABC Umweltregistrierung, Qualifikation A+ bis C –
MPS-GAP Einstiegszertifikat für den internationalen Handel: Rückverfolgbarkeit, Umwelt, Pflanzenschutz, Rückrufverfahren; gegen GLOBALG.A.P. gebenchmarkt, mit GGN gültige MPS-ABC-Qualifikation
MPS-SQ Soziale Anforderungen: Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Sicherheit; jährliches Audit, Zertifikat ein Jahr gültig MPS-A+, -A, -B oder -C
MPS-ProductProof Nachweis auf Produktebene, dass bestimmte Wirkstoffe nicht eingesetzt wurden MPS-ABC

MPS-ABC: Umweltregistrierung in 4-Wochen-Perioden

So läuft die Registrierung laut MPS-Kriterien (Version 16.2) und Benutzerhandbuch ab:

  1. Kulturplan anlegen. Für jeden Standort trägst du Kulturen, Parzellen und deren Zuordnung ein. Die Summe der Parzellen muss zur gemeldeten Fläche passen. MPS-ABC gilt für den ganzen Betrieb – du kannst nicht nur einzelne Kulturen anmelden.
  2. Verbrauch registrieren. Pflanzenschutzmittel und Dünger je Anwendung, dazu Energie (Zählerstände oder Rechnungen), Wasser, Abfall und zugekauftes Ausgangsmaterial. Das geht in Echtzeit oder einmal pro Periode.
  3. Periode abschließen. Ein Jahr hat 13 Perioden à 28 Tage. Die Daten müssen spätestens fünf Werktage nach Periodenende übermittelt sein. Laut Handbuch (Stand Dezember 2023) kannst du Einträge bis zu sieben Perioden rückwirkend ändern.
  4. Qualifikation. Nach mindestens 13 aufeinanderfolgenden Perioden wird auditiert; danach berechnet MPS die Qualifikation einmal pro Quartal neu.
Qualifikation Punkte (max. 110)
MPS-A+ mind. 90 Punkte plus Zusatzanforderungen, u. a. mind. 85 % beim Pflanzenschutz und 75 % bei Dünger und Energie
MPS-A 70 bis 110
MPS-B 55 bis 69,9
MPS-C 10 bis 54,9

Zur Bewertung der Pflanzenschutzmittel nutzt MPS den Umweltindikator MPS-MIND, der Mittel in Grün, Orange und Rot einstuft.

Was beim Pflanzenschutz geprüft wird

Bereich Anforderung MPS-ABC (Kriterien v16.2) Was du vorlegst
Verbrauchsaufzeichnung (C.6) Jedes Mittel mit Name und MPS-Code, Menge, Datum, eigene Anwendung oder ausgelagert, Parzelle bzw. Kultur – je Kultur(gruppe) und je Anwendung Registrierung im MPS-System
Zugelassene Mittel (B.2.2) Nur im Anwendungsland zugelassene Mittel – auch für Lohnunternehmer Zulassungsstatus
Ausschlussliste (B.2.1) Keine Mittel mit Wirkstoffen der MPS-Ausschlussliste verwenden oder lagern Lager, Bestandsliste
IPM-Plan (B.3) Schaderreger je Kultur, Hilfen zur Erkennung, Vorbeugung, Monitoring mit Aufzeichnungen, Bekämpfung mit Zweck Dokumentierter Plan
Fristen (C.1) Periodendaten spätestens fünf Werktage nach Periodenende Meldestatus
Audit (D.3) Vollständige Aufzeichnungen und eine Zusammenfassung der Einkäufe von Pflanzenschutz- und Düngemitteln Einkaufsübersicht, Lieferscheine
Probenahme (E) Unabhängige Proben dürfen keine Wirkstoffe zeigen, die du nicht registriert hast Lückenlose Registrierung

Der letzte Punkt zeigt, warum Vollständigkeit so wichtig ist: Eine vergessene Spritzung fällt nicht erst im Audit auf, sondern spätestens dann, wenn ein Wirkstoff in der Probe auftaucht, der in deiner Registrierung fehlt.

Stolpersteine bei der MPS-Registrierung

Die Kriterien (Version 16.2) regeln auch, was bei Abweichungen passiert. Für den Pflanzenschutz sind diese Punkte besonders wichtig:

  • Nicht registrierter Wirkstoff in der Probe. Findet das Labor einen zugelassenen, aber nicht registrierten Wirkstoff, musst du die Anwendung nachtragen. Ist der Wirkstoff im Land nicht zugelassen oder steht er auf der MPS-Ausschlussliste, verlierst du die Qualifikation für zwölf Wochen.
  • Unvollständige Daten zum Qualifikationszeitpunkt. Sind die Aufzeichnungen dann nicht vollständig, gibt es vorerst keine Qualifikation – bis alles nachgetragen ist.
  • Mehrere Standorte. MPS-ABC gilt für den ganzen Betrieb. Mehrere Standorte führst du als eigene Teilregistrierungen unter derselben MPS-Nummer.
  • Lohnunternehmer. Auch Anwendungen durch Dritte gehören in die Registrierung – gekennzeichnet als ausgelagert. Für Dritte gelten dieselben Verbote: keine im Land nicht zugelassenen Mittel, nichts von der Ausschlussliste.
  • Zugekaufte Pflanzen zum Weiterkultivieren. Sie brauchen mindestens dieselbe MPS-ABC-Qualifikation wie dein Betrieb – oder sie müssen mindestens drei Monate bei dir stehen (bei kürzeren Kulturen zwei Drittel der Kulturdauer).
  • Kulturplan veraltet. Änderungen am Kulturplan musst du spätestens zehn Werktage nach Ablauf der Periode eintragen.

MPS-ProductProof: Nachweis ohne bestimmte Wirkstoffe

Wenn ein Abnehmer einen Nachweis verlangt, dass bestimmte Wirkstoffe in der Kultur nicht eingesetzt wurden, ist MPS-ProductProof eine Option. Laut MPS kombiniert das System die Registrierung des Pflanzenschutzes innerhalb von 48 Stunden mit unabhängigen Probenahmen: zum Einstieg mindestens zwei Proben innerhalb von drei Monaten, danach mindestens vier pro Jahr. Mehr zu solchen Händleranforderungen: Lieferantenanforderungen im Handel.

MPS und die FloraHolland-Pflicht

Royal FloraHolland verlangt von Anlieferern Zertifikate aus dem FSI-Korb. Laut MPS erfüllt MPS-ABC die Umweltanforderungen; mit MPS-ABC und MPS-GAP zusammen ist ein Betrieb FSI-konform. Für kleinere Betriebe gibt es vereinfachte Wege. Fristen, Abgaben und die Situation an der Veiling Rhein-Maas erklärt die Seite zur FloraHolland-Pflichtzertifizierung. Wer statt MPS den GLOBALG.A.P.-Weg geht, findet die Details unter GLOBALG.A.P..

MPS-Registrierung und Spritztagebuch: zwei Aufgaben

Die MPS-Registrierung ersetzt dein gesetzliches Spritztagebuch nicht. MPS-ABC verlangt als Mindestangaben Mittel, Menge, Datum, Ausführung und Kultur bzw. Parzelle. Nach § 11 PflSchG und der DVO (EU) 2023/564 gehören ins Spritztagebuch aber unter anderem auch der Name des Anwenders, die Zulassungsnummer, die Kultur mit EPPO-Code und – wo relevant – das BBCH-Stadium. Ab 2027 müssen diese Aufzeichnungen zudem elektronisch und maschinenlesbar sein (siehe Spritztagebuch 2027).

Praktisch heißt das: Du führst ein vollständiges Spritztagebuch und überträgst daraus am Periodenende die Mengen an MPS.

Ehrlich gesagt: Spritztagebuch.de hat keinen direkten MPS-Export und keine Schnittstelle zur MPS-Registrierungsumgebung. Was die App liefert, sind die Zahlen dafür: Du wählst den Zeitraum der Periode, exportierst als Excel oder CSV und hast alle Anwendungen mit Mittel, Menge, Fläche und Kultur auf einen Blick. Den MPS-Code wählst du beim Eintragen in der MPS-Codeliste aus.

So sieht die Periodenmeldung mit Spritztagebuch.de in der Praxis aus:

  1. Spritzungen laufend am Handy erfassen – direkt nach der Anwendung, auch ohne Netz im Gewächshaus.
  2. Am Periodenende im Tagebuch prüfen, ob alle Einträge vollständig sind; offene Pflichtangaben trägst du nach.
  3. Den Zeitraum der Periode als Excel oder CSV exportieren.
  4. Die Mengen je Mittel und Kultur in die MPS-Registrierungsumgebung übertragen und die Periode innerhalb von fünf Werktagen absenden.
  5. Für das Audit die Lieferungen aus dem digitalen Spritzschrank als Übersicht der Pflanzenschutz-Einkäufe bereithalten.

Tipp für die Periodenmeldung: Lege dir den Periodenkalender von MPS neben den Export. Ein Zeitraum-Export für genau 28 Tage dauert in Spritztagebuch.de Sekunden – so überträgst du die Mengen, ohne Zettel zu suchen. Wie der Export funktioniert, steht unter Export für die Kontrolle. Teste es in der Demo.

Alle Standards im Vergleich findest du in der Übersicht Zertifizierungen im Gartenbau; speziell für Gärtnereien lohnt sich auch der Ratgeber Spritztagebuch im Gartenbau.

Prüft mit. Denkt voraus.

Bevor jemand prüft, prüft die App.

Ein Knopf – oder automatisch jeden Monat – prüft dein ganzes Tagebuch auf Lücken und Verstöße und sagt dir, was zuerst zu tun ist.

  • PlausibilitätsprüfungIndikation, Höchstmenge, Anzahl Anwendungen, Abstand, Bienenschutz, Wetter, Gerät – geprüft auf BVL- und DWD-Daten.
  • Prüfmodus „Kontrolle vorbereiten“Ganzes Tagebuch durchprüfen, Befunde nach Wichtigkeit, optional mit intelligenter Einordnung und „Was tun“.
  • Bestellliste & VorausschauEinkaufsliste aus dem Verbrauch, Reichweite, geplante Folgebehandlung, Fristen für Gerät, Fortbildung und Inventur.
  • Assistent (optional)Lieferschein fotografieren, Spritzung ansagen, Auflagen in Klartext – gespeichert wird nur, was du bestätigst.

Jeder Hinweis zeigt mit „Woher?“ seine Grundlage. Die App ändert nie etwas von selbst.

Echte App-Ansicht: Kontrolle vorbereiten – Befunde nach Wichtigkeit und Einordnung mit „Was tun“

So hilft dir Spritztagebuch.de dabei

Was gefordert ist – und welche Funktion der App das erledigt.

  • Pflanzenschutz-Verbrauch je Mittel, Kultur und Periode für die MPS-ABC-Registrierung

    Export als Excel (Blatt je Monat) oder CSV für jeden gewählten Zeitraum – die Mengen je Mittel liegen fertig vor. Eine direkte Schnittstelle zu MPS gibt es nicht.

  • Jede Anwendung zeitnah erfassen, sonst fehlen Einträge in der Periode

    Erfassung am Handy direkt im Gewächshaus, auch offline; „Wie zuletzt“ wiederholt eine Spritzung mit einem Tipp.

  • Kulturplan mit Parzellen und Flächen

    Gewächshäuser, Schiffe, Tische und Freiflächen mit m² und mehreren Kulturen je Fläche, jeweils mit EPPO-Code.

  • Nur im Land zugelassene Mittel verwenden

    Prüfung beim Erfassen gegen BVL-Daten und täglicher Abgleich mit dem Zulassungsregister, Meldung bei Zulassungsende und Aufbrauchfrist.

  • Zusammenfassung der Einkäufe von Pflanzenschutzmitteln für das Audit

    Digitaler Spritzschrank mit Lieferungen (Lieferschein), Bestand aus Einkauf minus Verbrauch und Inventur.

  • Unabhängige Probe darf nur registrierte Wirkstoffe zeigen

    Tagebuch mit Änderungsverlauf; „Kontrolle vorbereiten“ zeigt fehlende Pflichtangaben vor dem Audit.

Spritztagebuch.de ist kein Zertifizierer und keine Behörde – die App hilft dir, die Dokumentation vollständig und prüfbereit zu führen.

Demo anfragen

Checkliste

Checkliste MPS-ABC Pflanzenschutz

  • Kulturplan mit allen Kulturen, Parzellen und Flächen angelegt – Gesamtfläche passt zu den Betriebsangaben
  • Alle Standorte und Betriebsteile erfasst (MPS-ABC gilt für den ganzen Betrieb)
  • Jede Pflanzenschutz-Anwendung mit Mittel (MPS-Code), Menge, Datum und Kultur bzw. Parzelle registriert
  • Anwendungen durch Lohnunternehmer als „ausgelagert“ gekennzeichnet
  • Periodenmeldung spätestens fünf Werktage nach Periodenende abgeschickt
  • Mengen im MPS-System mit dem Spritztagebuch-Export der Periode abgeglichen
  • Keine Mittel mit Wirkstoffen der MPS-Ausschlussliste im Lager
  • Dokumentierter IPM-Plan: Schaderreger je Kultur, Vorbeugung, Monitoring, Bekämpfung mit Zweck
  • Zusammenfassung der Pflanzenschutzmittel-Einkäufe für das Audit vorbereitet
  • Gesetzliches Spritztagebuch mit allen Pflichtangaben parallel geführt (Anwender, Zulassungsnummer, EPPO-Code, BBCH)

Checkliste von spritztagebuch.de · ohne Gewähr, verbindlich sind Rechtstexte, Standards und die zuständige Stelle.

Häufige Fragen

Was ist MPS-ABC?

MPS-ABC ist ein Umweltzertifikat für den Zierpflanzenbau. Du registrierst deinen Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln, Düngern, Energie und Wasser sowie Abfall in Perioden von vier Wochen. Daraus berechnet MPS Punkte und eine Qualifikation von MPS-A+ bis MPS-C.

Wie lange dauert es bis zum MPS-Zertifikat?

Für die erste Qualifikation brauchst du mindestens 13 aufeinanderfolgende Registrierungsperioden – also rund ein Jahr. Danach plant MPS das Audit, und die unabhängige Zertifizierungsstelle stellt nach erfolgreicher Prüfung das Zertifikat aus.

Gibt es eine MPS-ABC-Checkliste?

MPS veröffentlicht die Zertifizierungskriterien für MPS-ABC auf my-mps.com. Für den Pflanzenschutz sind vor allem die Abschnitte zu zugelassenen Mitteln, Ausschlussliste, IPM-Plan, Verbrauchsaufzeichnungen und Audit-Vorbereitung wichtig. Die Checkliste auf dieser Seite fasst sie zusammen.

Ersetzt die MPS-Registrierung das Spritztagebuch?

Nein. MPS-ABC verlangt als Mindestangaben Mittel, Menge, Datum, Ausführung und Kultur bzw. Parzelle. Das gesetzliche Spritztagebuch nach § 11 PflSchG braucht zusätzlich zum Beispiel Anwender, Zulassungsnummer, EPPO-Code der Kultur und – wo relevant – das BBCH-Stadium.

Kann Spritztagebuch.de direkt an MPS melden?

Nein, eine direkte Schnittstelle zu MPS gibt es nicht. Du exportierst den Zeitraum der Periode als Excel oder CSV und überträgst die Mengen je Mittel und Kultur in die MPS-Registrierungsumgebung.

Was kostet die MPS-Zertifizierung?

MPS nennt auf seiner Website keine festen Beträge, sondern spricht von All-in-one-Preisen. Ein Angebot fordert man über my-mps.com an; der Preis hängt vom Betrieb und den gewählten Zertifikaten ab.

Quellen & weiterführende Links

Stand: 19. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die genannten Rechtstexte, Standards und die Auskünfte der zuständigen Stellen.

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