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Bundesland · Hamburg

Pflanzenschutzdienst Hamburg: Dokumentation im Gartenbau, Altes Land und GaLaBau

Hamburg ist klein, hat aber eigene Regeln: ein großes Gemüse- und Blumenanbaugebiet, Obstbau im Alten Land mit zehn Jahren Aufbewahrungspflicht und Online-Genehmigungen für Wege und Plätze.

Von Jonas Rost, Spritztagebuch.de Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Pflanzenschutzdienst Hamburg

Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI), Pflanzenschutzdienst

Hamburg

Das gilt überall in Deutschland

  • Seit 1.1.2026 erweiterte Pflichtangaben
  • Ab 1.1.2027 elektronisch & maschinenlesbar
  • Aufbewahrung 3 Jahre nach Ablauf des Anwendungsjahres

Kurz gesagt: In Hamburg ist der Pflanzenschutz bei der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation angesiedelt: Die Pflanzenschutzmittelkontrolle überwacht die Anwendung, der Pflanzenschutzdienst am Brennerhof berät den Gartenbau. PSM-DOK ist in Hamburg nicht nutzbar; die Behörde bietet eine Excel-Aufzeichnungstabelle an. Im Alten Land gelten für den Obstbau strengere Aufzeichnungsregeln.

Wer in Hamburg zuständig ist

Als Stadtstaat bündelt Hamburg alles in einer Behörde. Für dich relevant sind drei Bereiche:

Bereich Was er macht
Pflanzenschutzmittelkontrolle überwacht Anwendung und Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln
Pflanzenschutzdienst am Brennerhof Beratung mit Versuchsflächen im Gewächshaus und Freiland, Labor für Schaderreger; Teil der norddeutschen Kooperation
Oberste Pflanzenschutzbehörde Genehmigungen (u. a. § 12 und § 22 PflSchG) und Anzeigen von Betrieben

Als Ansprechpartner für Verkehrs- und Anwendungskontrollen nennt das BVL in seinem Kontrollbericht die Pflanzengesundheitskontrolle der Behörde. Wie eine Kontrolle typischerweise abläuft, liest du unter Kontrolle vorbereiten.

Aufzeichnung: was Hamburg konkret empfiehlt

Bundesweit gilt: erweiterte Pflichtangaben seit 1.1.2026, ab 1.1.2027 elektronisch und maschinenlesbar. Die Details stehen im Ratgeber Spritztagebuch 2027. Der Hamburger Pflanzenschutzdienst ergänzt:

  • PDF reicht nicht: Nicht maschinenlesbare Formate wie PDF-Dokumente erfüllen die Anforderung ab 2027 nicht.
  • Vorlage: Eine Excel-Aufzeichnungstabelle mit allen Pflichtspalten (bis zur tatsächlich ausgebrachten Menge) sowie EPPO-Code-Listen für Baumschule, Zierpflanzenbau und Wachstumsregler stehen auf der Seite zur EU-Verordnung.
  • Praxis im Zierpflanzenbau: In einem Hamburger Hinweisblatt rät der Dienst, das BBCH-Stadium bei Bedarf als Bereich „von–bis“ zu schätzen und bei Teilflächen festzuhalten, welche Sorten behandelt wurden.

Wie du Häuser, Sätze und Sammelcodes sauber erfasst, erklärt der Ratgeber EPPO-Code.

Gartenbau in den Vier- und Marschlanden

Die Vier- und Marschlande im Südosten der Stadt sind laut Bezirksporträt bekannt für Obst- und Gemüseanbau und Blumenzucht. Für diese Betriebe – Gewächshausgemüse, Topf- und Beetpflanzen, Stauden – ist die neue Pflicht vor allem eine Frage der Organisation: viele Häuser, viele kleine Behandlungen. Eine feste Liste der Häuser mit Fläche und eine Erfassung direkt nach der Spritzung sparen später das Nacharbeiten.

Fachlich begleitet werden die Betriebe vom Pflanzenschutzdienst am Brennerhof, der als eines von acht Kompetenzzentren in der norddeutschen Kooperation im Gartenbau mitarbeitet und eigene Versuche im Gewächshaus und Freiland betreibt. Für leere, gespülte Pflanzenschutzmittel-Verpackungen aus dem Erwerbsgartenbau veröffentlicht die Behörde Sammeltermine des Rücknahmesystems PAMIRA – die Entsorgung von Restmengen gehört ebenso in eine saubere Bestandsführung wie der Einkauf.

Obstbau im Hamburger Teil des Alten Landes

Für das Obstanbaugebiet im Südwesten Hamburgs an der Grenze zu Niedersachsen und angrenzende niedersächsische Gebiete gilt die Altes Land Pflanzenschutzverordnung. Sie erlaubt, Mittel mit einer Gewässerabstandsauflage von mindestens fünf Metern unter besonderen Bedingungen (u. a. Geräte mit mindestens 75 % Abdriftminderung) auch näher am Gewässer einzusetzen – verlangt dafür aber mehr:

  1. Zusätzliche Aufzeichnungen nach dem Muster in Anlage 2, u. a. mit Gerätetyp und Düsen, Eintragungsnummer des Geräts sowie Gewässerart und Expositionsklasse der angrenzenden Gewässer.
  2. Zehn Jahre Aufbewahrung statt drei.
  3. Jährliche Fortbildung aller Anwender, die insbesondere den Gewässerschutz behandelt.

GaLaBau, Stadtgrün und Dienstleister

Auf Wegen, Plätzen und anderem Nichtkulturland darfst du Pflanzenschutzmittel nur mit Genehmigung nach § 12 PflSchG anwenden. In Hamburg läuft der Antrag online über den Hamburg Service. Voraussetzung ist, dass der Einsatz „nachvollziehbar notwendig, nicht vermeidbar und für Mensch und Umwelt vertretbar“ ist. Die Gebühren sind veröffentlicht: 67 € für den Einzelantrag, 24 € für Verlängerung oder Folgeantrag, 74 € für einen Sammelantrag plus 24 € je weiterem Mittel.

Für das Stadtgrün ist der Pflanzenschutzdienst auch beratend aktiv: Im November 2025 richtete das Kompetenz- und Beratungszentrum einen Workshop zur Baumgesundheit in der Metropole Hamburg aus.

Auf Flächen für die Allgemeinheit wie Parks, Spielplätze oder Friedhöfe gelten zusätzlich die Einschränkungen des § 17 PflSchG. Wer als Dienstleister für Dritte spritzt, muss seine Tätigkeit beim Pflanzenschutzdienst anzeigen. Mehr: Genehmigung für Wege und Plätze und Pflanzenschutz durch Dienstleister.

Sachkunde-Fortbildung

Lehrgänge zum Sachkundenachweis bieten in Hamburg private Anbieter an. Als anerkannte Fortbildung nennt der Pflanzenschutzdienst einen Online-Kurs der Landakademie (DEULA Nienburg). Für Obstbaubetriebe im Alten Land gilt die jährliche Fortbildungspflicht oben. Grundlagen: Sachkundenachweis.

So bist du in Hamburg vorbereitet

  1. Häuser, Freilandquartiere oder Pflegeflächen einmal mit eindeutiger Bezeichnung und Größe festlegen.
  2. Jede Behandlung am selben Tag erfassen – mit Zulassungsnummer, EPPO-Code und den behandelten Sorten.
  3. Für Obstflächen im Alten Land die Zusatzangaben zu Gerät, Düsen und Gewässern gleich mitschreiben und zehn Jahre archivieren.
  4. Genehmigungsbescheide nach § 12 griffbereit halten und die Aufzeichnungen den Auflagen zuordnen.
  5. Spätestens im Dezember 2026 testen, ob dein Export maschinenlesbar ist (CSV oder Excel).

Excel-Tabelle oder App? Spritztagebuch.de erfasst am Handy direkt im Gewächshaus, kennt Teilflächen und Sorten und exportiert CSV und Excel für den Pflanzenschutzdienst. Demo ansehen · alle Bundesländer

Prüft mit. Denkt voraus.

Jede Eingabe wird mitgeprüft.

Spritztagebuch.de gleicht jede Spritzung sofort mit den amtlichen Zulassungsdaten ab – und sagt dir mit Beleg, wenn etwas nicht passt.

  • PlausibilitätsprüfungIndikation, Höchstmenge, Anzahl Anwendungen, Abstand, Bienenschutz, Wetter, Gerät – geprüft auf BVL- und DWD-Daten.
  • Prüfmodus „Kontrolle vorbereiten“Ganzes Tagebuch durchprüfen, Befunde nach Wichtigkeit, optional mit intelligenter Einordnung und „Was tun“.
  • Bestellliste & VorausschauEinkaufsliste aus dem Verbrauch, Reichweite, geplante Folgebehandlung, Fristen für Gerät, Fortbildung und Inventur.
  • Assistent (optional)Lieferschein fotografieren, Spritzung ansagen, Auflagen in Klartext – gespeichert wird nur, was du bestätigst.

Jeder Hinweis zeigt mit „Woher?“ seine Grundlage. Die App ändert nie etwas von selbst.

Echte App-Ansicht: Prüfung einer Spritzung nach Zulassung und Auflagen – Hinweise mit „Woher?“-Belegen und Wetterdaten vom DWD

So hilft dir Spritztagebuch.de dabei

Was gefordert ist – und welche Funktion der App das erledigt.

  • PDF erfüllt die Pflicht zur maschinenlesbaren Aufzeichnung nicht (PSD Hamburg)

    Export als CSV und Excel; den PDF-Bericht nutzt du nur zusätzlich zum Lesen.

  • Teilflächen: dokumentieren, welche Sorten behandelt wurden

    Flächen mit Teilflächen (Schiffe, Reihen, Tische) und mehreren Sorten/Kulturen je Fläche mit eigenen m².

  • EPPO-Codes für Zierpflanzen und Baumschule

    Kultur mit EPPO-Code, Prüfung gegen das BVL-Kulturverzeichnis und BBCH-Vorschlag.

  • GaLaBau und Dienstleister: Aufzeichnung als Auflage der § 12-Genehmigung

    Flächen frei benennbar (z. B. Straße und Abschnitt), Anwender mit Sachkundenachweis-Nummer, Export je Zeitraum für den Auftraggeber.

Spritztagebuch.de ist kein Zertifizierer und keine Behörde – die App hilft dir, die Dokumentation vollständig und prüfbereit zu führen.

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Checkliste

Checkliste Pflanzenschutz-Dokumentation Hamburg

  • Erweiterte Pflichtangaben seit 1.1.2026 erfasst (Zulassungsnummer, EPPO-Code, Lage und Größe der Fläche)
  • Ab 1.1.2027 elektronisch und maschinenlesbar – kein reines PDF
  • Zierpflanzen: BBCH-Stadium bei Bedarf als Bereich „von–bis“ angeben
  • Bei Teilflächen festhalten, welche Sorten behandelt wurden
  • Altes Land: Zusatzaufzeichnung nach Muster der AltLandPflSchV, zehn Jahre aufbewahren, jährliche Fortbildung
  • Wege, Plätze, Nichtkulturland: gültige § 12-Genehmigung und Aufzeichnung nach Auflagen
  • Dienstleister: Tätigkeit beim Pflanzenschutzdienst angezeigt (§ 10 PflSchG)
  • Sachkunde-Fortbildung im laufenden Zeitraum besucht

Checkliste von spritztagebuch.de · ohne Gewähr, verbindlich sind Rechtstexte, Standards und die zuständige Stelle.

Häufige Fragen

Wo ist der Pflanzenschutzdienst Hamburg angesiedelt?

Der Pflanzenschutz gehört in Hamburg zur Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation. Die Pflanzenschutzmittelkontrolle überwacht Anwendung und Handel; der Pflanzenschutzdienst am Brennerhof berät mit eigenen Versuchsflächen und Labor.

Kann ich in Hamburg PSM-DOK nutzen?

Nein. Laut PSM-DOK können Betriebe mit Sitz in Hamburg die Plattform nicht nutzen. Der Hamburger Pflanzenschutzdienst stellt eine Excel-Aufzeichnungstabelle und EPPO-Code-Listen bereit; du kannst aber auch jede andere Software nutzen, die maschinenlesbar exportiert.

Was kostet eine Genehmigung nach § 12 PflSchG in Hamburg?

Laut Hamburg Service kostet ein Einzelantrag 67 Euro, eine Verlängerung oder ein Folgeantrag 24 Euro, ein Sammelantrag 74 Euro plus 24 Euro je weiterem Mittel. Der Antrag läuft online; bei vollständigen Unterlagen kommt der Bescheid in der Regel innerhalb weniger Tage.

Welche Sonderregeln gelten für den Obstbau im Alten Land?

Die Altes Land Pflanzenschutzverordnung gilt für bestimmte Gebiete in Hamburg und Niedersachsen. Betriebe, die dort Mittel nach ihren Sonderregeln anwenden, führen zusätzliche Aufzeichnungen nach einem Muster (u. a. Gerät, Düsen, angrenzende Gewässer), bewahren sie zehn Jahre auf und sorgen für eine jährliche Fortbildung mit Gewässerschutz-Schwerpunkt.

Darf ich in Hamburg 2026 noch auf Papier dokumentieren?

Ja, bis 31. Dezember 2026 sind handschriftliche und digitale Aufzeichnungen zulässig, sofern sie alle seit 2026 geforderten Angaben enthalten. Ab 1. Januar 2027 muss elektronisch und maschinenlesbar aufgezeichnet werden; ein PDF reicht dafür laut Pflanzenschutzdienst Hamburg nicht.

Quellen & weiterführende Links

Stand: 19. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die genannten Rechtstexte, Standards und die Auskünfte der zuständigen Stellen.

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