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Bundesland · Brandenburg

Pflanzenschutz-Dokumentation in Brandenburg: LELF-Hinweise, PSM-DOK und Kontrolle

Vom Spargel bei Beelitz bis zum Gartenbau rund um Berlin: was Brandenburgs Pflanzenschutzdienst zur Aufzeichnung sagt, wer prüft und welche kostenlosen Hilfen es gibt.

Von Jonas Rost, Spritztagebuch.de Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Pflanzenschutzdienst Brandenburg

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF), Abteilung Pflanzenschutz

Frankfurt (Oder)

Das gilt überall in Deutschland

  • Seit 1.1.2026 erweiterte Pflichtangaben
  • Ab 1.1.2027 elektronisch & maschinenlesbar
  • Aufbewahrung 3 Jahre nach Ablauf des Anwendungsjahres

Kurz gesagt: In Brandenburg ist der Pflanzenschutzdienst die Abteilung Pflanzenschutz des LELF (Hauptsitz Frankfurt (Oder)). Das LELF kontrolliert auch die Pflanzenschutz-Anforderungen der Konditionalität. Für die Lage der Fläche reicht die InVeKoS-Nummer aus dem Agrarantrag oder ein GPS-Punkt. Kostenlos nutzbar ist PSM-DOK – die Daten musst du dort aber nach jeder Eintragung selbst sichern.

Wer in Brandenburg zuständig ist

Stelle Rolle
LELF, Abteilung Pflanzenschutz (Pflanzenschutzdienst) Warndienst und Hinweise, Versuchswesen, Beratung zum integrierten Pflanzenschutz im Acker- und Gartenbau, Sachkunde
LELF, Referat Risikomanagement und Kontrollwesen (Wünsdorf) Kontrollen nach Pflanzenschutzrecht und Genehmigungen, z. B. nach § 12 PflSchG
LELF als Konditionalitäts-Kontrollbehörde laut GAP-Zuständigkeitsverordnung zuständig für GAB 7 und 8, also die Pflanzenschutz-Anforderungen bei Förderbetrieben
Landkreise und kreisfreie Städte übrige Konditionalitätskontrollen

Die Rolle des LELF bei der Förderkontrolle ist eine Besonderheit: In vielen anderen Ländern übernehmen das Ämter oder Landkreise. Was dort geprüft wird, erklärt Konditionalität im Pflanzenschutz.

Aufzeichnung: was der Pflanzenschutzdienst Brandenburg schreibt

Die Bundesregeln – erweiterte Angaben seit 1.1.2026, digital ab 1.1.2027, drei Jahre aufbewahren – fasst der Ratgeber Spritztagebuch 2027 zusammen. Brandenburg informiert über seine nummerierten „Pflanzenschutzinformationen Allgemein“, die du auf der ISIP-Landesseite abrufen kannst. Die wichtigsten Punkte:

  • Information 02/2026 (Januar): Bis 31.12.2026 sind schriftliche Aufzeichnungen noch zulässig; die neuen Inhalte gelten aber seit 1.1.2026 verbindlich – darunter die Art der Verwendung (Oberflächen wie Agrarflächen oder Nichtkulturland, geschlossene Räume, Saat- und Pflanzgutbehandlung) und die Lage über InVeKoS-Nummer oder GPS-Punkt.
  • Betriebe mit elektronischer Schlagkartei können diese weiter nutzen; die Anbieter sind über die neuen Anforderungen informiert.
  • Achtung bei älteren Unterlagen: Die Konditionalitäts-Broschüre des Landes von 2025 nennt im Abschnitt zur Aufzeichnungspflicht noch die alten Mindestangaben. Maßgeblich sind seit 2026 die erweiterten Angaben aus der Pflanzenschutzinformation.
  • Information 08/2026 (September): erinnert an die elektronische, maschinenlesbare Pflicht ab 1.1.2027 und kündigt ein Online-Seminar des JKI zur bundesweiten Plattform DiPAgE an.

Werkzeuge: PSM-DOK und Alternativen

Laut Pflanzenschutzdienst ist PSM-DOK für Brandenburg freigeschaltet und für Ackerbau- wie Gartenbaubetriebe kostenlos. Wichtig ist ein Detail, das gern übersehen wird: Die Aufzeichnungen werden nicht in der Anwendung gespeichert, sondern müssen nach jeder Eintragung heruntergeladen und eigenverantwortlich gesichert werden. Wer das vergisst, steht bei der Kontrolle ohne Daten da. Eine eigene Excel-Vorlage des Landes haben wir nicht gefunden. Einen Vergleich kostenloser und kommerzieller Lösungen findest du unter Werkzeuge.

Gartenbau und Sonderkulturen

Brandenburg ist vor allem Spargelland: Laut Amt für Statistik war Spargel 2025 mit rund 67 % der Gemüsefläche die wichtigste Gemüsekultur; der Schwerpunkt liegt in Potsdam-Mittelmark rund um Beelitz. Dazu kommen Einlegegurken, deren Anbau 2025 das dritte Jahr in Folge zunahm, vor allem in Dahme-Spreewald und Spree-Neiße.

Der Pflanzenschutzdienst gibt eigene Warndienst-Hinweise für Gemüsebau, Obstbau, Zierpflanzenbau und Baumschulen heraus; im Gemüsebau 2026 waren Spargelfliege, Spargelrost und Falscher Mehltau an Gurke häufige Themen. Gerade bei Spargel und Gurke mit vielen, eng getakteten Behandlungen lohnt eine Erfassung direkt auf dem Feld. Für Gewächshausbetriebe: Spritztagebuch im Gartenbau.

Wege, Plätze und Naturschutzflächen

Pflanzenschutzmittel auf Nichtkulturland – Hofflächen, Wege, Gleise – brauchen eine Genehmigung nach § 12 PflSchG. Zuständig ist laut Merkblatt das LELF; der Antrag kann online gestellt werden. In Gebieten mit Bedeutung für den Naturschutz sind nach der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung Herbizide und bienen- bzw. bestäubergefährliche Insektizide grundsätzlich verboten; Ausnahmen bearbeitet ebenfalls das LELF. Mehr: Genehmigung für Wege und Plätze.

Sachkunde-Fortbildung in Brandenburg

Das LELF führt eine Liste anerkannter Fortbildungen externer Anbieter, aktuell u. a. Landwirtschaftsschulen in Oranienburg (Luisenhof), Seelow und Luckenwalde, Bildungsträger in Herzberg und Cottbus, die Kreisvolkshochschule Uckermark sowie Online-Veranstaltungen. Bei Kontrollen musst du laut LELF nach Ablauf des ersten Fortbildungszeitraums neben dem Sachkundenachweis eine Fortbildungsbescheinigung vorlegen, die nicht älter als drei Jahre ist. Grundlagen: Sachkundenachweis.

So bist du in Brandenburg vorbereitet

  1. Flächenliste anlegen: Schläge mit InVeKoS-Nummer aus dem Agrarantrag, Gewächshäuser und Folientunnel mit eindeutiger Bezeichnung.
  2. Bei Spargel und Gurke mit vielen Behandlungen in kurzer Folge jede Spritzung direkt danach erfassen – nachträgliches Rekonstruieren am Saisonende führt zu Lücken.
  3. Bei Mitteln mit Bienen- oder Tageszeitauflage die Uhrzeit des Beginns notieren.
  4. Wenn du PSM-DOK nutzt: Download-Ordner festlegen und regelmäßig sichern, damit drei Jahre lückenlos vorliegen.
  5. Fortbildungsbescheinigungen, Sachkundenachweise und den Prüfbericht des Spritzgeräts in einer Mappe zum Spritztagebuch legen.
  6. Regelmäßig in die nummerierten Pflanzenschutzinformationen des LELF auf der ISIP-Landesseite schauen – dort stehen Änderungen zuerst.

Kein Herunterladen nach jeder Spritzung: Spritztagebuch.de speichert deine Einträge automatisch, auch offline erfasste, und exportiert CSV und Excel für die Kontrolle. Demo ansehen · alle Bundesländer

Prüft mit. Denkt voraus.

Jede Eingabe wird mitgeprüft.

Spritztagebuch.de gleicht jede Spritzung sofort mit den amtlichen Zulassungsdaten ab – und sagt dir mit Beleg, wenn etwas nicht passt.

  • PlausibilitätsprüfungIndikation, Höchstmenge, Anzahl Anwendungen, Abstand, Bienenschutz, Wetter, Gerät – geprüft auf BVL- und DWD-Daten.
  • Prüfmodus „Kontrolle vorbereiten“Ganzes Tagebuch durchprüfen, Befunde nach Wichtigkeit, optional mit intelligenter Einordnung und „Was tun“.
  • Bestellliste & VorausschauEinkaufsliste aus dem Verbrauch, Reichweite, geplante Folgebehandlung, Fristen für Gerät, Fortbildung und Inventur.
  • Assistent (optional)Lieferschein fotografieren, Spritzung ansagen, Auflagen in Klartext – gespeichert wird nur, was du bestätigst.

Jeder Hinweis zeigt mit „Woher?“ seine Grundlage. Die App ändert nie etwas von selbst.

Echte App-Ansicht: Prüfung einer Spritzung nach Zulassung und Auflagen – Hinweise mit „Woher?“-Belegen und Wetterdaten vom DWD

So hilft dir Spritztagebuch.de dabei

Was gefordert ist – und welche Funktion der App das erledigt.

  • Seit 2026: Art der Verwendung, Zulassungsnummer, Lage (InVeKoS-Nummer oder GPS), Umfang, EPPO-Code

    5-Schritte-Assistent mit Pflichtangaben-Checkliste; Flächen und Gewächshäuser einmal mit Bezeichnung und Größe anlegen.

  • Uhrzeit/BBCH nur bei Beschränkung in der Zulassung

    BBCH-Vorschlag beim Erfassen; Hinweise zu Bienenschutz und Anwendungsbestimmungen auf Basis der BVL-Daten.

  • Ab 1.1.2027 elektronisch und maschinenlesbar

    Export als CSV und Excel; Daten in Deutschland gehostet, kein manuelles Herunterladen nach jeder Eintragung nötig.

  • LELF prüft die Konditionalität im Pflanzenschutz (GAB 7 und 8)

    „Kontrolle vorbereiten“ prüft Pflichtangaben, Zulassung am Tag der Spritzung, Prüfplakette und Fortbildung.

Spritztagebuch.de ist kein Zertifizierer und keine Behörde – die App hilft dir, die Dokumentation vollständig und prüfbereit zu führen.

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Checkliste

Checkliste Pflanzenschutz-Dokumentation Brandenburg

  • Seit 1.1.2026 alle erweiterten Angaben erfassen – auch die Art der Verwendung
  • Lage der Fläche über InVeKoS-Nummer aus dem Agrarantrag oder GPS-Punkt; Gewächshäuser eindeutig benennen
  • Uhrzeit bzw. BBCH-Stadium notieren, wenn die Zulassung das beschränkt
  • Ab 1.1.2027 elektronisch und maschinenlesbar – bei PSM-DOK jede Eintragung herunterladen und sichern
  • Wege, Hofflächen, Nichtkulturland nur mit Genehmigung nach § 12 PflSchG behandeln
  • Flächen in Naturschutzgebieten: Anwendungsverbote der PflSchAnwV beachten, Ausnahmen beim LELF beantragen
  • Fortbildungsbescheinigung nicht älter als drei Jahre bereithalten
  • Prüfplakette des Spritzgeräts gültig

Checkliste von spritztagebuch.de · ohne Gewähr, verbindlich sind Rechtstexte, Standards und die zuständige Stelle.

Häufige Fragen

Wer kontrolliert in Brandenburg die Pflanzenschutz-Aufzeichnungen?

Der Pflanzenschutzdienst ist die Abteilung Pflanzenschutz des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF); Kontrollen und Genehmigungen bearbeitet dort ein eigenes Referat. Auch für die Konditionalitätskontrollen der Pflanzenschutz-Anforderungen (GAB 7 und 8) ist laut Landesverordnung das LELF zuständig.

Ist PSM-DOK in Brandenburg kostenlos nutzbar?

Ja. Laut Pflanzenschutzdienst ist PSM-DOK für Brandenburg freigeschaltet und für Acker- und Gartenbaubetriebe kostenlos. Die Aufzeichnungen werden nicht in der Anwendung gespeichert – du musst sie nach jeder Eintragung herunterladen und selbst sichern.

Darf ich in Brandenburg 2026 noch auf Papier dokumentieren?

Ja, bis 31. Dezember 2026 dürfen die Aufzeichnungen noch schriftlich geführt werden. Die neuen Inhalte nach der EU-Verordnung 2023/564 gelten aber schon seit 1. Januar 2026, und der Pflanzenschutzdienst empfiehlt, bereits jetzt elektronisch aufzuzeichnen.

Wo finde ich in Brandenburg anerkannte Sachkunde-Fortbildungen?

Das LELF veröffentlicht eine Liste der anerkannten Fortbildungen externer Anbieter, etwa von Landwirtschaftsschulen in Oranienburg, Seelow und Luckenwalde sowie Online-Angebote. Bei Kontrollen musst du neben dem Sachkundenachweis eine Fortbildungsbescheinigung vorlegen, die nicht älter als drei Jahre ist.

Quellen & weiterführende Links

Stand: 19. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die genannten Rechtstexte, Standards und die Auskünfte der zuständigen Stellen.

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